Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Information des Gesundheitsamtes bei Auftreten von CoViD bei Kindern

17.11.2021

Sehr geehrte Eltern,
aufgrund der rasant steigenden Fallzahlen hat sich das Land entschieden, eine Priorisierung der Maßnahmen vorzunehmen. Tritt in der Einrichtung, in der Ihr Kind betreut wird, ein COVID-19-Fall auf, beschränken sich die Maßnahmen, die das Gesundheitsamt zur Eindämmung der Aus-breitung einer Infektionskrankheit ergreift, auf allgemeine Auflagen.
Das Ministerium schreibt dazu am 16.11.21;
1. Ermittlungsumfang:
Es sollen ausschließlich Ermittlungen zum COVID-19 Indexfall und eine
Eingrenzung der Kontaktpersonennachverfolgung auf die engsten
Kontaktpersonen (KP) im direkten häuslichen Umfeld erfolgen. Die Bearbeitung
der Erstbefunde mit Kontaktaufnahme zu den Betroffenen einschließlich
Isolations- und Quarantäneanordnungen für die KP im häuslichen Umfeld hat
Vorrang vor einer vollumfänglichen Kontaktnachverfolgung im entfernteren
Umfeld. Dieses Konzept ist auch anzuwenden bei Indexfällen in Schule und Kita.
Die Eltern eines positiv getesteten Kindes sind über die notwendige
Isolation/Quarantäne zu beraten (Selbstmonitoring, symptomatisch selbständige
Kontaktaufnahme zum Haus-/Kinderarzt*in). Es erfolgt die Information an die
Schulleitung einschließlich Beratung zum weiteren Vorgehen.
Weitere Absonderungen von Kontaktkindern erfolgen in der Regel nicht mehr.
Neben infektiologischen Aspekten, wie Infektiosität (Dauer der Ansteckungsgefahr eines Er-krankten) und Inkubationszeit (Dauer von der Aufnahme eines Erregers bis zum Ausbrechen einer Erkrankung), geht eine Risikobewertung in die Bestimmung der Maßnahmen mit ein.
Diese Risikobewertung wurde jetzt erneut vorgenommen. Durch die Höhe der Fallzahlen und den rasanten Anstieg lassen sich Infektionsketten nicht mehr erkennen und unterbrechen. Con-tainment ist nicht mehr möglich. Es fortzuführen wäre sinnlose Ressourcenverschwendung.
- 2 -
Deshalb wechselt man zu diesem Zeitpunkt die Strategie und legt den Fokus auf den Schutz vulnerabler Gruppen.
Da Kinder und Jugendliche fast nie schwerwiegende, sondern überwiegend milde bis mittel-schwere Verläufe zeigen, ist es vertretbar, das Containment auch an Schule und Kita aufzuge-ben. Ziel ist es, den Alltag nicht über Gebühren zu belasten, Personal aus Pflegeeinrichtungen durch Quarantänemaßnahmen nicht noch weiter zu verringern und möglichst wenige Kinder in Quarantäne zu nehmen.
Jetzt kommt es auf gesunden Menschenverstand und verantwortungsvolles Verhalten an. Mei-den sie außerhalb von Schule und Kita große Menschansammlungen, halten Sie sich selbst bezüglich der privaten Kontakte zurück, halten Sie Abstand und tragen Sie Maske, gehen Sie mit Ihren Kindern lieber einmal in den Wald als auf den Jahrmarkt.
Das positiv getestete Kind geht 14 Tage in Quarantäne. Diese kann nicht durch Testungen ver-kürzt werden.
Der Unterricht soll möglichst fortgesetzt. Es werden folgende Auflagen gemacht: Selbstmonito-ring, Maskenpflicht für 10 Tage, Testung täglich für 10 Tage und strikte Kohortierung, auch beim Essen und im Hort. Nach Auskunft der MSGIV kann der Sportunterricht fortgesetzt werden.
Das Vorgehen soll in Kita und Schule gleichermaßen Anwendung finden. Die Maskenpflicht ent-fällt in der Kita für die Kinder.
Enge Kontaktpersonen werden nicht mehr ermittelt. Es wird nur noch für die direkten Haus-haltsmitglieder Quarantäne angeordnet.
Dennoch kann es in Ausnahmefällen sein, dass eine ganze Gruppe oder Klasse in Quarantäne genommen wird. Die Entscheidung fällt das Gesundheitsamt und informiert die Leitungen der Einrichtungen über die Maßnahme und die Dauer der Quarantäne. Leider ist es uns aus Kapazi-tätsgründen nicht mehr möglich, alle Eltern anzurufen. Sie erhalten aber alle Informationen über die Schul- oder Einrichtungsleitung und zeitnah vom Gesundheitsamt das Quarantäneschreiben.
Durch umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten kann dies weitestgehend vermieden werden.
Aufgrund der schnell wechselnden Situation bitten wir um Verständnis, dass nicht alle Änderun-gen sofort umgesetzt sind. Außerdem kann es immer wieder kurzfristig zu Änderungen der Risi-kobewertung kommen. Es gibt eine Übergangszeit, in der Sonderregelungen getroffen werden müssen. Zunächst gelten die Angaben der Einrichtungsleitung.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. med. A. Müller, MPH
Amtsärztin