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Jeder kann ein Held sein

30.03.2017

Rathenow Erste-Hilfe-Projekt in der Weinbergschule

Drei Tage lang haben die Rathenower Weinbergschüler geübt, wie man Menschen hilft, die in Not geraten sind. Das Projekt mit dem Titel „Jeder kann ein Held sein“ wurde organisiert von Medizinstudenten. Die Schüler durften an Puppen sogar trainieren, wie man Menschen reanimiert.

 

 
Wer am Mittwochvormittag an der Turnhalle der Weinbergschule vorbeikam und die brachialen E-Gitarren-Klänge des AC/DC-Hardrockklassiker „Highway to Hell“ vernahm, der hätte auf falsche Gedanken können. Denn drinnen fand eher das Gegenteil einer Heavy-Metal-Party statt. Dutzende Schüler waren zu sehen, die den Brustkorb von Plastikpuppen mit beiden Händen im Rhythmus der Musik bearbeiteten. Sie hatten gerade gelernt, wie man einen Menschen mit einer „Herzdruckmassage“ wiederbelebt. Und weil der Song „Highway to Hell“ mit 120 Schlägen pro Minuten den idealen Takt vorgab – bei einer Herzdruckmassage muss der Brustkorb 100 bis 120 Mal pro Minute gedrückt werden – lief AC/DC im Hintergrund.

Die Übung war Teil eines Projekts, das am Montag begonnen hatte und am Mittwoch seinen Abschluss fand. Unter dem Motto „Jeder kann ein Held sein“ lernten die Schüler, wie man sich in Notsituationen richtig verhält: Was man macht, wenn sich jemand geschnitten hat oder verbrannt; wie man einen Verband anlegt; auf welche Weise man ein Unfallopfer in die stabile Seitenlage bringt und wie man einen Menschen reanimiert.

Initiator des Projekts ist die Unfallkasse Brandenburg, für die Umsetzung verantwortlich ist der Verein Pépinière. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Medizinstudenten, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, Kinder und Jugendliche in der Mark über das richtige Verhalten in Notfallsituationen aufzuklären.

„Man kann den Menschen nicht früh genug beibringen, wie man anderen hilft, die in eine Notlage geraten sind“, sagt Philipp Humbsch. Der Medizinstudent im 9. Semester leitete die Projekttage in der Weinbergschule und wurde dabei unterstützt von neun weiteren Studenten und vier Rettungssanitätern des Rettungsdienstes der Havelland-Kliniken. Viele Notfälle ereigneten sich im familiären Umfeld, so Humbsch. Schnittverletzungen, Stürze, Ohnmachtsanfälle, Herzinfarkte. Und weil es immer darum gehe, so schnell wie möglich zu helfen, müssten auch Kinder sensibilisiert werden.

Humbsch weiß selbst, dass ein Achtjähriger mit der Reanimation eines Erwachsenen überfordert sein könnte. Aber in dem Projekt wird eben auch gelehrt, was ein Notruf ist und wie man einen solchen absetzt. Und dass die Kinder in praktischen Übungen lernen, wie man eine Blutung stillt oder einen Verletzten bettet, ist wichtig für das ganze Leben. „Bei einem solchen Projekt werden die Grundlagen gelegt“, sagt Humbsch. „Und weil Kinder besonders lernfähig sind, können sie auf diese Grundlagen aufbauen.“

Am Mittwochvormittag waren neben den genannten Ausbildern die Feuerwehr Rathenow und der THW Ortsverband auf das Schulgelände gekommen. „Wir wollen bei den Kindern ein Verständnis dafür wecken, wie notwendig die ehrenamtliche Arbeit lokaler Hilfsorganisationen ist“, so Humbsch. „Und dass es sehr spannend sein kann, dort mitzumachen.“

Schulleiterin Kerstin Pollak zog eine positive Bilanz der Aktion. Die Schüler hätten jede Menge mitgenommen. Vor allem hätten sie ein Gefühl dafür bekommen, wie wichtig es ist, zu helfen. Und wie einfach – wenn man weiß, wie es geht.

Von Markus Kniebeler

 

Quelle:

http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Erste-Hilfe-Projekt-in-der-Weinbergschule

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Jeder kann ein Held sein

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